9 Gründe für den Verzicht auf Fisch

Immer mehr Arten sind durch Überfischung vom Aussterben bedroht. Nachhaltige Fischerei und Fischzucht sind also quasi unmöglich. Auch Ethisch, ökologisch und gesundheitlich betrachtet ist Fisch ein bedenkliches Lebensmittel. Fische können nicht nur Schmerzen empfinden, sondern verfügen auch über komplexe kognitive Fähigkeiten und Sozialstrukturen. Zudem ist Fisch keine nachhaltige Nahrungsquelle. Die Auswirkungen der Fischerei und Aquafarmen auf die Umwelt und unsere Gesundheit sind sehr negativ. Vor diesem Hintergrund ist ein Umdenken dringend notwendig. Die Verfügbarkeit gesunder und nachhaltiger pflanzlicher Fischalternativen steigt von Jahr zu Jahr.

1. Die Fischbestände gehen zurück Fische zählen zu den ältesten und artenreichsten Tieren unseres Planeten, doch ihr Bestand verringert sich durch Überfischung rasant. Jährlich werden etwa 96 Millionen Tonnen Meereslebewesen aus der Tiefe geholt und sterben anschließend einen schmerzhaften Tod. Etwa 90% der weltweiten Fischbestände gelten als überfischt oder so stark befischt, dass sie sich nicht erholen können. Auch der Klimawandel und die sich erwärmenden Ozeane haben einen negativen Einfluss auf die Fischpopulationen und das Artenwachstum. Außerdem findet auf mehr als der Hälfte der globalen Meeresfläche industrieller Fischfang statt. Das ist eine viermal größere Fläche, als die durch die Landwirtschaft genutzte.

2. Beifang verursacht unnötiges Leiden und Sterben Viele Millionen Meeresbewohner landen pro Jahr unabsichtlich als sogenannter Beifang in den Netzen der Fischerinnen und Fischer. Darunter werden Lebewesen verstanden, die nicht die Zielart darstellen. Neben hunderttausenden Walen und Delphinen enden so auch Vögel und andere marine Säugetiere in den Fischernetzen. Die meisten von ihnen überleben dies nicht. Fast die Hälfte der gefangenen Tiere gelten als Beifang. Viele davon werden wieder über Bord geworfen und Andere enden als Fischfutter für Fische in Aquakulturen.

3. Das Ökosystem der Meere gerät aus dem Gleichgewicht Die Überfischung hat fatale Folgen. Nicht nur die Bestände der Arten, die für den menschlichen Verzehr genutzt werden gehen stark zurück, sondern auch die Bestände der als Beifang geltenden Tiere. Das empfindliche Gleichgewicht der Arten leidet unter der massiven Fischerei. Dies kann Auswirkungen auf die Populationen von Meeresvögeln, Quallen und Plankton haben. Auch die Fangmethoden sind belastend für die Ökosysteme. Grundschleppnetze, die beispielsweise für den Fang von Scholle, Seezunge oder Krebstieren verwendet werden, zerstören den Meeresboden und die dort vorkommenden Lebewesen wie Korallen.

4. Umweltbelastung durch Aquakulturen Jährlich werden bis zu 80 Millionen Tonnen Seelebewesen in Aquafarmen gezüchtet. Darunter befinden sich Fische wie Forelle, Wels oder Lachs; Krustentiere wie Garnelen und Weichtiere wie Austern. Die hohe Besatzdichte in dieser Haltungsform führt bei den Tieren zu Stress sowie zu einer hohen Verletzungsgefahr und Anfälligkeit für Krankheiten.

Aquakulturen schaden außerdem der Umwelt. Der Einsatz von Antibiotika und anderen Chemikalien verunreinigt die Gewässer und kann im schlimmsten Fall die Entstehung resistenter Bakterienstämme fördern, die auch für den Menschen gefährlich werden können. Fäkalien und Nahrungsrückstände belasten die Umwelt und können zu einer Überdüngung der Gewässer und einer Abnahme der Artenvielfalt führen.

5. Fisch frisst Fisch In Aquakulturen werden häufig Fische gezüchtet, die das Problem der Überfischung noch weiter verschärfen, da sie andere Fische als Futter benötigen. Die Produktion von Fischmehl und Fischöl versorgt sowohl Aquakulturen als auch die Tierhaltung an Land, um Milliarden von Tieren füttern zu können. Ungefähr ein Drittel aller wild gefangenen Fische werden zu Tierfutter verarbeitet, obwohl sich ein großer Teil auch für den direkten menschlichen eignen würde. Etwa 2kg Futterfisch sind nötig, um 1kg Zuchtfisch zu produzieren. Das Futter für Fische enthält jedoch nicht nur Fischmehl, sondern auch große Mengen an Pflanzenproteinen (zum Beispiel aus Soja) sowie weitere Futtermittel tierischen Ursprungs wie etwa Blut- und Knochenmehl aus der Nutztierhaltung.

6. Angeln ist auch eine Form der Tierquälerei Die Jagd auf wild lebende Tiere wird mittlerweile von vielen Menschen abgelehnt. Angeln ist Angeln als Hobby jedoch noch weit verbreitet. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass Fische fühlende Wesen sind. Doch für Fische bedeutet Angeln erhebliches Leiden. Der Angelhaken reißt tiefe Wunden, während der Fisch langsam erstickt. Auch das sogenannte „Catch-and-Release“-Angeln, bei dem der Fisch wieder zurück ins Wasser geworfen wird, ist nicht besser, denn es sorgt bei den Tieren für erhebliche Verletzungen und Stress, sodass sie stark geschwächt und mit schlechten Überlebenschancen in ihren Lebensraum zurückkehren.

7. Fische haben Sozialsysteme Sowohl bei Landtieren als auch bei Fischen finden sich unterschiedliche Sozialsysteme. Es gibt Einzelgänger wie die Forelle oder Fischgruppen, die in Paaren oder losen Gruppen und großen Schwärmen zusammenleben, wie der Thunfisch. Fische können dank ihres Langzeitgedächtnisses komplexe soziale Beziehungen aufbauen. Ihr räumliches Erinnerungsvermögen ermöglicht es ihnen außerdem, mentale Landkarten zu erstellen, mit denen sie sich in den Gewässern orientieren. Einige Fischarten sind sogar in der Lage, sich an negative Erfahrungen zu erinnern. So können sie Orte meiden, an denen sie zuvor gefangen wurden.

8. Fische empfinden Schmerzen Da Fische nicht schreien oder anderweitig Schmerzempfindungen zeigen können, bleibt häufig das Unbehagen aus, das viele Menschen empfinden, wenn sie Nutztiere leiden sehen. Die Forschung bestätigt jedoch zunehmend, dass Fische Schmerz empfinden können. Sie verfügen über sensorische Systeme sowie Hirnstrukturen und Funktionen, die für die Wahrnehmung von Schmerz, Angst und Stress verantwortlich sind. Auch Verhaltensweisen wie Abwehrreaktionen auf Schmerzreize unterstützen diese Annahme.

9. Fische enthalten schädliches Quecksilber, Dioxin und Blei Fische nehmen Schadstoffe aus dem Wasser auf und reichern sie in ihren Körpern an. Je höher der Fisch in der Nahrungskette steht, desto höher die Konzentration an Giftstoffen in seinem Körper. Auch die beliebten Arten Lachs und Thunfisch sind davon betroffen. Das liegt daran, dass große Raubfische kleinere Meeresbewohner fressen und deren Giftstoffe aufnehmen, die sich dann in ihrem Organismus ansammeln und konzentrieren. So werden beim Verzehr von Fisch beispielsweise Quecksilber, Dioxin, Blei und Arsen aufgenommen. Dadurch können diverse ernsthafte Gesundheitsprobleme entstehen, wie Nierenschäden, geistige Entwicklungsstörungen und Krebs. Da die, auf Aquafarmen gezüchteten, Fische Antibiotika und Chemikalien verabreicht bekommen, stellen auch sie keine gesündere Alternative dar.

4 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen