Richtig würzen - so schmeckt veganes Essen garantiert nicht fad

Vegane Ernährung kann so vielseitig und köstlich sein, leider aber auch eintönig und fad. Selbst in Restaurants, die sich auf rein pflanzliche Gerichte spezialisiert haben, wird häufig nicht alles aus den Zutaten herausgeholt. Schade, denn eigentlich ist es gar nicht schwer, mit Gemüse und auch ohne Fleischersatzprodukte so lecker zu kochen, dass auch Fleischesser nichts vermissen. Wir verraten dir, welche Gewürze und Zubereitungsarten essenziell sind, um wirklich lecker fleischlos zu kochen.


1. Tofu marinieren und rösten

Die meisten Menschen wissen nicht, wie man Tofu richtig zubereitet. Unverarbeitet und ungewürzt schmeckt Tofu nämlich tatsächlich recht fad und hat keinen Biss. Es empfiehlt sich, Tofu separat zu frittieren, anzubraten oder im Ofen zu rösten. Soll der Tofu nicht nur knusprig, sondern auch geschmackvoll sein, solltest du ihn vorher marinieren, zum Beispiel mit klassischen Grillmarinaden, die auch für Fleisch verwendet werden. Damit die Marinade aber auch in den Tofu eindringen kann, solltest du...



2. Tofu vor dem Braten pressen

Tofu enthält viel Wasser – und alles was viel Wasser enthält, lässt sich schwer knusprig anbraten. Zudem verhindert die Feuchtigkeit, dass geschmackvolle Marinade eindringen kann. Um das Wasser herauszupressen, kannst du den Tofublock in ein Tuch wickeln und mit schweren Büchern beschweren.

Extra-Tipp: Schön bissfest wird Tofu, wenn du ihn einfrierst und danach wieder auftaust. Auch auf diese Weise verliert Tofu Wasser und bekommt eine leicht schwammige Konsistenz, wie man sie aus vielen asiatischen Gerichten kennt.



3. Soja-Schnetzel immer gut ausdrücken

Bei Soja-Schnetzeln oder anderen Produkten aus texturiertem Sojaprotein, machen viele den gleichen Fehler wie bei Tofu. Damit sie richtig Biss und Würze bekommen, musst du so vorgehen: Koche die Soja-Schnetzel in einer würzigen Brühe, lass sie nach dem Abgießen etwas abkühlen und presse sie dann ordentlich aus! Weil ein Großteil der Würzbrühe wieder entwichen ist, musst du sie nun erneut kräftig würzen und anschließend in viel Öl anbraten. Texturiertes Sojaprotein enthält selbst kaum Fett. Das Öl ist also wichtig, um sie knusprig zu bekommen und dient auch als Geschmacksträger.



4. Schaffe ein Gleichgewicht aus süß, sauer und salzig

Diese Erkenntnis ist die wohl wichtigste für alle, die lernen wollen, besser zu kochen: Beim Abschmecken musst du immer auf ein Gleichgewicht der Geschmackskomponenten achten. Wenn einem Gericht geschmacklich etwas fehlt, ist es nicht immer mangelndes Salz. Häufig stimmt die Balance aus sauren, süßen und bitteren Komponenten nicht. Viele Gerichte können zum Beispiel von sauren Noten profitieren, in dem du mit Tomatenmark, Essig, Zitronen- oder Limettensaft, Granatapfelsoße oder Tamarindenpaste nachhilfst. Um den Geschmack abzurunden, kann zusätzlich etwas Zucker, Ahornsirup oder ein anderes Süßungsmittel helfen, auch und vor allem bei herzhaften Speisen!


5. Vergiss die knusprige Komponente nicht!

Nicht nur saure Zutaten können deinen Gerichten den letzten Kick geben, auch die Konsistenzen sind bei veganen Gerichten entscheidend. Insbesondere, wenn du ein Gericht hast, das nur aus Gemüse besteht, solltest du darauf achten, dass es auch knusprige oder knackige Komponenten gibt, wie: geröstete Nüsse, Röstzwiebeln, Croutons, vegane Backerbsen, geröstete Kichererbsen, geröstete Pinien-, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne


6. Spare nicht an frischen Kräutern

Manchmal sind es die Feinheiten am Schluss, die Gerichten den nötigen Schliff geben. Es ist ratsam, immer frische Kräuter zu verwenden, insbesondere bei Basilikum, Petersilie, Dill, Koriander und Minze. Diese Kräuter verlieren tiefgefroren oder getrocknet ihr Aroma fast völlig. Oregano, Rosmarin und Thymian, Kräuter mit holzigem Stamm, kannst du hingegen auch getrocknet verwenden.


Unsere Lieblingsgewürze

  • Für einen deftigen Geschmack: Gewürze die bei der Zubereitung von Fleisch verwendet werden, bestimmen den Geschmack der Gerichte. Folglich assoziieren viele Menschen unbewusst den Geruch gewisser Gewürze mit bestimmten Fleischgerichten. Auf Fleisch ausgerichtete Gewürzmischungen enthalten häufig keine Spur von tierischen Produkten. Sie eignen sich hervorragend für die Zubereitung pflanzlicher Gerichte.

  • Soßen: Viele Soßen aus dem Supermarkt wie Bratensoße, Barbecuesoße, Sojasoße, Senf oder Ketchup sind pflanzlich. Sie können auch als Marinade für Tofu, Tempeh, Seitan oder Gemüse verwendet werden. Barbecuesoße eignet sich beispielsweise hervorragend als Marinade zum Grillen. Du kannst vegane Soßen auch ohne großen Aufwand selbst zubereiten.

  • Kala Namak: Aufgrund seiner hohen Schwefelkonzentration hat es den ausgeprägten Geschmack von gekochtem Ei. Mit etwas Kala Namak kann vielen Gerichten somit ein typischer Ei-Geschmack gegeben werden.

  • Flüssigrauch und Rauchsalz: Oft wird ein rauchiges Aroma vermisst, das viele Fleisch- und Fischgerichte so schmackhaft macht. Um Flüssigrauch herzustellen, wird Rauch in gereinigtes Wasser destilliert und in Flaschen abgefüllt. Alternativ kann auch zu Rauchsalz gegriffen werden, das etwas milder ist. Räuchertofu bringt den herzhaften Räuchergeschmack sogar ohne weitere Würzung mit.

  • Italienische Kräuter: Thymian, Basilikum, Rosmarin und Oregano, Petersilie, Salbei, Chilischoten und Lorbeerblätter sollte man immer im Haus haben. Frische Kräuter können gekühlt in einem atmungsaktiven Behälter, getrocknete Kräuter in einem luftdichten Behälter im Gewürzregal aufbewahrt werden.

  • Indische Gewürze: Die indische Küche hat unzählige Geschmacksrichtungen und umfasst eine große Auswahl an Gewürzen. Currypulver ist eine Gewürzmischung, die in der Regel Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel, Paprika, Bockshornklee, Ingwer, Knoblauch, Fenchel, Kümmel, Zimt, Nelken, Senfkörnern, Muskatnuss und schwarzem Pfeffer enthält.

  • Thai Currypaste: Einige Pasten aus dem Supermarkt enthalten tierische Zutaten wie Garnelen. Deshalb sollte vor dem Kauf immer die Zutatenliste überprüft werden. Currypaste lässt sich jedoch auch leicht zu hause herstellen. Dazu werden Zwiebeln, Knoblauch, Chilischoten (grüne für grünes Curry, rote für rotes Curry), Koriander, Ingwer, Pfefferkörner, Zitronengras, Kurkuma und Thai-Basilikum zu einer Paste verarbeitet.



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